Depression, Adoleszenz und Agency – Zur (Re-)Konstruktion depressiver Identitäten an der Schnittstelle von primärer Lebenspraxis und stellvertretender Krisenbewältigung

Autor/innen

  • Christian Armbrüster Johannes Gutenberg-Universität Mainz

DOI:

https://doi.org/10.26043/GISo.2021.1.4

Schlagworte:

Identität, Lebenspraxis, Agency, Fallrekonstruktion, Depression, Adoleszenz

Abstract

Die vergleichende Einzelfallstudie analysiert institutionell eingeforderte biographische Berichte Adoleszenter mit der Diagnose einer Depression. Sie untersucht, wie sich diese als Narrativ im Kontext von Identitätsbildung und lebenspraktischem Wirklichkeitsvollzug darstellt. In den Eigenberichten der Jugendlichen und jungen Erwachsenen lässt sich Depression als kohärenzstiftende und vermittelnde (Teil-)Identität rekonstruieren. Diese steht in enger Beziehung zu akkumulierten traumatischen Krisen der (familiären) Lebenspraxis, sich daraus ableitenden Handlungsroutinen sowie relational erzeugten Deutungsmustern an der Schnittstelle zur psychosozialen Hilfeinstanz. In diesem Wechselverhältnis von lebenspraktischer Krisenbewältigung und relationaler Identitätsarbeit wird Agency in ihrer inneren und äußeren Struktur sichtbar. Dabei präsentiert der Beitrag die triangulative Verknüpfung der Perspektiven von Identität, Lebenspraxis und Agency als aussichtsreichen Zugang für die fallrekonstruktive Forschung.

Autor*innenbiografie

Christian Armbrüster, Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Christian Armbrüster ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Erziehungswissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Seine Forschungsinteressen liegen im Bereich der Kindheits- und Jugend- sowie der Qualitativen Sozialforschung. Schwerpunktmäßig befasst er sich mit den Themen Biographie, Sozialisation, Identität und Agency.

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Veröffentlicht

2021-06-01

Zitationsvorschlag

Armbrüster, C. (2021): Depression, Adoleszenz und Agency – Zur (Re-)Konstruktion depressiver Identitäten an der Schnittstelle von primärer Lebenspraxis und stellvertretender Krisenbewältigung. In: Gesellschaft – Individuum – Sozialisation. Zeitschrift für Sozialisationsforschung, 2 (1). doi:10.26043/GISo.2021.1.4.