Tradierungs- und Transformationsprozesse von Wertbindungen im Kontext russlanddeutscher Familien und Gemeinden: Biographieanalytische Perspektiven

Autor/innen

  • Rebekka Hahn Universität Bielefeld
  • Christine Demmer Universität Bielefeld

DOI:

https://doi.org/10.26043/GISo.2022.5.1

Schlagworte:

Biographieforschung, Werte, Familie, zweite Generation, Adoleszenz, Individuation, narratives Interview

Abstract

Der Beitrag geht aus einer biographieanalytischen Perspektive der Frage nach, wie sich die Umstrukturierung von primärsozialisatorischen Wertbindungen und Beziehungsgefügen in der Adoleszenz für junge Frauen aus russlanddeutschen Familien gestaltet, die in Anbindung an eine russlanddeutsche Freikirche aufgewachsen sind. In der fallübergreifenden Analyse der narrativen Interviews treten die Familie wie auch die religiöse Gemeinschaft als gewichtige Sozialisations- und Wertekontexte hervor, deren Tradierungspotenziale in Auseinandersetzung mit weiteren Bezügen biographisch verhandelt werden. Als Referenzpunkt für die Selbstentwürfe der jungen Frauen kristallisieren sich dabei neuzeitliche Entwicklungsparadigmen von Reflexivität, Individualisierung und Authentizität heraus, mit denen die Fortführung wie auch die Transformation familial angelegter Werte und Lebensformen begründet wird.

Autor*innenbiografien

Rebekka Hahn, Universität Bielefeld

Rebekka Hahn ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Bielefeld. Sie promoviert mit einer biografieanalytischen Interviewstudie zur lebenszeitlichen Relevanz und Verschränkung von Wertbindungen und Zugehörigkeiten. Zu ihren Schwerpunkten in Forschung und Lehre zählen die erziehungswissenschaftliche Biografieforschung, die mehrgenerationale Familienforschung und das forschende Lernen im Praxissemester.

Christine Demmer, Universität Bielefeld

Christine Demmer ist Juniorprofessorin in der Erziehungswissenschaft für qualitative Forschungsmethoden unter besonderer Berücksichtigung von schulischer Inklusion an der Universität Bielefeld. Zu ihren Schwerpunkten in Forschung und Lehre gehören Methodologie und Methoden qualitativer Sozialforschung, insbesondere erziehungswissenschaftliche Biografieforschung, Professionalisierung von Lehrkräften für die inklusive Schule, erziehungswissenschaftliche Fragestellungen zu Geschlecht und Behinderung.

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Veröffentlicht

2022-05-20

Zitationsvorschlag

Hahn, R./Demmer, C. (2022): Tradierungs- und Transformationsprozesse von Wertbindungen im Kontext russlanddeutscher Familien und Gemeinden: Biographieanalytische Perspektiven. In: Gesellschaft – Individuum – Sozialisation. Zeitschrift für Sozialisationsforschung, 3 (1). doi:10.26043/GISo.2022.5.1.

Ausgabe

Rubrik

Wissenschaftliche Beiträge zum Themenschwerpunkt