Ältere Arbeitnehmende – jüngere Chefs: Herausforderungen an einem altersgemischten Arbeitsplatz in Südbrasilien

Autor/innen

  • Eduardo Danilo Schmitz Bundesuniversität von Rio Grande do Sul (UFRGS)
  • Natália Viega de Souza Schmitz Bundesuniversität von Rio Grande do Sul (UFRGS)
  • Johannes Doll Bundesuniversität von Rio Grande do Sul (UFRGS)

DOI:

https://doi.org/10.26043/GISo.2022.5.5

Schlagworte:

Alternde Arbeitskräfte, Altersdiversität am Arbeitsplatz, Altersdiskriminierung, intergenerationale Beziehungen, informelles Lernen

Abstract

In immer älter werdenden Gesellschaften werden altersgemischte Arbeitsplätze häufiger, so auch in Brasilien. Einerseits kann Altersdiversität in einer Arbeitsgruppe zu einem breiteren Spektrum an Perspektiven und Ideen beitragen. Andererseits kann sich die Zusammenarbeit verschiedener Generationen als Herausforderung erweisen, vor allem wenn klassische Hierarchiemuster umgekehrt werden, wie im Fall der Zusammenarbeit von älteren Arbeitnehmenden und jüngeren Chefs. In der vorliegenden qualitativen Studie in einem brasilianischen Dienstleistungsunternehmen wird anhand von Einzel- und Fokusgruppeninterviews untersucht, wie diese Beziehung von beiden Seiten wahrgenommen wird. Dabei werden die Selbstwahrnehmung von Arbeitnehmenden hinsichtlich ihres Alterungsprozesses sowie durch Altersdiskriminierung verursachte Spannungen aufgezeigt. Die Ergebnisse machen deutlich, dass Manager sich der Altersdiskriminierung am Arbeitsplatz, die sich in vielen Situationen auch mit einer Geschlechterdiskriminierung überschneidet, oft bewusst sind. Neben den beobachteten Spannungen und Problemen weisen die Ergebnisse auch darauf hin, dass auf beiden Seiten Lernprozesse in Richtung eines neuen Ansatzes für altersdiverse Arbeitsplätze initiiert werden können.

Autor*innenbiografien

Eduardo Danilo Schmitz, Bundesuniversität von Rio Grande do Sul (UFRGS)

Eduardo Danilo Schmitz ist promovierter Erziehungswissenschaftler und hat einen Master in Human Aging. In seiner Doktorarbeit untersuchte er die Beziehung von älteren Arbeitnehmenden zu ihrer Arbeit. Seine Forschungsinteressen konzentrieren sich auf die Themen Altern, Bildung und Arbeit.

Natália Viega de Souza Schmitz, Bundesuniversität von Rio Grande do Sul (UFRGS)

Natália Viega de Souza Schmitz ist Sozialarbeiterin, Spezialistin für Familien- und Gemeindegesundheit und hat einen Master in Erziehungswissenschaften. In ihrer Masterarbeit untersuchte sie, wie ältere verschuldete Frauen mit ihren Finanzen umgehen. Ihre Forschungsinteressen liegen in den Bereichen Altern, Bildung, Gesundheit und Soziale Arbeit.

Johannes Doll, Bundesuniversität von Rio Grande do Sul (UFRGS)

Johannes Doll ist Professor für Allgemeine Didaktik an der School of Education, Federal University of Rio Grande do Sul in Porto Alegre, Südbrasilien. Seine Lehr- und Forschungsschwerpunkte sind Altern und Bildung, Altern auf dem Arbeitsmarkt, digitale Inklusion älterer Menschen sowie Lernprozesse im Alter. Ein aktueller Schwerpunkt ist die Verschuldungsproblematik älterer Menschen in Brasilien und deren finanzielle Bildung. Johannes Doll ist Herausgeber der wissenschaftlichen Zeitschrift "Estudos Interdisciplinares sobre o Envelhecimento" und derzeit Vizepräsident der Brasilianischen Gesellschaft für Gerontechnologie.

Veröffentlicht

2022-05-20

Zitationsvorschlag

Schmitz, E.D./Viega de Souza Schmitz, N./Doll, J. (2022): Ältere Arbeitnehmende – jüngere Chefs: Herausforderungen an einem altersgemischten Arbeitsplatz in Südbrasilien. In: Gesellschaft – Individuum – Sozialisation. Zeitschrift für Sozialisationsforschung, 3 (1). doi:10.26043/GISo.2022.5.5.

Ausgabe

Rubrik

Wissenschaftliche Beiträge zum Themenschwerpunkt