Linke Bildungsaufsteiger*innen
Zum Zusammenspiel von politischer Sozialisation, Bildungsaspirationen und Emotionen
DOI:
https://doi.org/10.26043/GISo.2024.1.4Schlagwörter:
Bildungsaufstieg, politische Sozialisation, Biografie, Emotionen, Affekte, soziale HerkunftAbstract
Was passiert, wenn junge Menschen nach höheren Bildungsabschlüssen als ihre Eltern streben – und dabei in Berührung mit linken Milieus, ihren Akteur*innen und Weltanschauungen kommen? Das Verhältnis von Linksaffinität und Bildungsaufstieg bildet den Ausgangspunkt des vorliegenden Beitrags, in dessen Zentrum die affektive Dimension dieses Zusammenspiels steht. Unter Rückgriff auf praxistheoretische Perspektiven werden biografisch-narrative Erzählungen Studierender aus dem linksaffinen Alltagsmilieu analysiert und es wird danach gefragt, welche Rolle Gefühle für ihre Bildungswege spielen. Zusammenfassend lassen sich zwei bedeutsame Pole eines Spektrums rekonstruieren: Emotionen als Antrieb und Emotionen als Hemmnis im Bildungsaufstieg. Die jeweilige Beschaffenheit von Emotionen ist dabei verbunden mit zwei Konstellationen in Aufstiegsbiografien: der Möglichkeit, sich ideologische Deutungsmuster anzueignen, sowie der Möglichkeit, Zugang zu ermächtigenden Kollektiven zu erhalten. Wie das Verhältnis von Bildungsaufstieg und linksaffiner politischer Sozialisation schlussendlich emotional gestimmt ist, lässt sich vor dem Hintergrund der biografischen Ausgestaltung eben jener Konstellationen verstehen.
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