Die institutionelle Neutralisierung von Identität

Kompetente Nicht-Positionierungen von Jugendlichen in Schutzeinrichtungen

Autor/innen

  • Tobias Franzheld Universität Erfurt

DOI:

https://doi.org/10.26043/GISo.2025.1.7

Schlagwörter:

Neutralisierung, Identität, Schutzeinrichtungen, Jugendliche, Selbstmeldungen

Abstract

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit einer spezifischen, institutionell gerahmten Identitätsformation von Jugendlichen. Befunde aus einem Projekt zur Biographiearbeit von Jugendlichen deuten darauf hin, dass Jugendliche in ihren biographischen Erzählungen Neutralisierungsstrategien anwenden. Sie nutzen auf unterschiedliche Weise Darstellungsformen, um sich und ihre mithin problematische Lebenssituation nicht zu thematisieren. Der Beitrag setzt an der Bedeutung von Narrationen für die sozialpädagogische Forschung an. Im zweiten Schritt richtet sich der Blick auf die Institutionenordnung von Schutzeinrichtungen. Institutionen werden dabei als Kontexte des Erzählens beschrieben, also als ein Bedingungsrahmen, in dem Jugendliche eine Geschichte über sich selbst hervorbringen (müssen). Drittens wird auf der Basis von Positionierungsanalysen Techniken der Neutralisierung nachgegangen. Die Neutralisierung von Identitätsformationen betrachten wir als einen kommunikativen Vorgang in Verbindung mit der Zielstellung, der Aufforderung nach einer Selbstthematisierung nachzukommen, ohne sich dabei biographisch zu positionieren.

Autor*innenbiografie

  • Tobias Franzheld, Universität Erfurt

    Seit 03/2022 Jun-Prof. für Sozialpädagogik an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Erfurt

    2019-2021 Vertretung der Professur Sozialpädagogik am Institut für Pädagogik an der Universität Koblenz-Landau (Standort Koblenz)

    2017-2019 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Sozialpädagogischen Forschungsstelle „Bildung und Bewältigung im Lebenslauf“ am Institut für Erwachsenenbildung und Sozialpädagogik der Goethe-Universität Frankfurt am Main

    2015-2018 Projektkoordination im DFG-Transferprojekts „Unterstützung professioneller Handlungsfelder im Umgang mit Kindeswohlgefährdung und beim Aufbau tragfähiger Kooperationsstrukturen im Kinderschutz“ an den Universitäten Jena und Kassel

    2013-2017 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sozialwesen der Universität Kassel, Fachgebiet Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Soziale Arbeit und außerschulische Bildung

    2015 Promotion mit der Arbeit: „Verdachtsarbeit im Kinderschutz – eine vergleichende Berufsfeldanalyse“ an der Universität Kassel

    2012-2014 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Soziologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Arbeitsbereich Mikrosoziologie

    2009-2012 Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Sonderforschungsbereich 580 (DFG) an den Universitäten Jena und Halle/Wittenberg, Projekt C3 "Individuelle Ressourcen und professionelle Unterstützung bei der Bewältigung von Systemumbrüchen in der Kinder- und Jugendhilfe"

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Veröffentlicht

2025-08-26

Ausgabe

Rubrik

Freie wissenschaftliche Beiträge

Zitationsvorschlag

Franzheld, Tobias (2025): Die institutionelle Neutralisierung von Identität: Kompetente Nicht-Positionierungen von Jugendlichen in Schutzeinrichtungen . In: Gesellschaft – Individuum – Sozialisation. Zeitschrift für Sozialisationsforschung, 6 (1). doi:10.26043/GISo.2025.1.7.