Die institutionelle Neutralisierung von Identität
Kompetente Nicht-Positionierungen von Jugendlichen in Schutzeinrichtungen
DOI:
https://doi.org/10.26043/GISo.2025.1.7Schlagwörter:
Neutralisierung, Identität, Schutzeinrichtungen, Jugendliche, SelbstmeldungenAbstract
Dieser Beitrag beschäftigt sich mit einer spezifischen, institutionell gerahmten Identitätsformation von Jugendlichen. Befunde aus einem Projekt zur Biographiearbeit von Jugendlichen deuten darauf hin, dass Jugendliche in ihren biographischen Erzählungen Neutralisierungsstrategien anwenden. Sie nutzen auf unterschiedliche Weise Darstellungsformen, um sich und ihre mithin problematische Lebenssituation nicht zu thematisieren. Der Beitrag setzt an der Bedeutung von Narrationen für die sozialpädagogische Forschung an. Im zweiten Schritt richtet sich der Blick auf die Institutionenordnung von Schutzeinrichtungen. Institutionen werden dabei als Kontexte des Erzählens beschrieben, also als ein Bedingungsrahmen, in dem Jugendliche eine Geschichte über sich selbst hervorbringen (müssen). Drittens wird auf der Basis von Positionierungsanalysen Techniken der Neutralisierung nachgegangen. Die Neutralisierung von Identitätsformationen betrachten wir als einen kommunikativen Vorgang in Verbindung mit der Zielstellung, der Aufforderung nach einer Selbstthematisierung nachzukommen, ohne sich dabei biographisch zu positionieren.
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