Strafen und Sozialisation
Analysen und Debatten zur Bedeutung punitiver Eingriffe in den Prozess des Mitgliedwerdens in Gesellschaft
DOI:
https://doi.org/10.26043/GISo.2025.1.0Schlagwörter:
Strafen, Sozialisation, Punitivität, Macht, OrdnungAbstract
Das Prinzip Strafe und der Eingriff durch Strafen sind ubiquitäre und universale Konzepte und Praxen der Sozialisation. Der Prozess der Sozialisation in Gesellschaft, Familie wie auch der Schule ist von Strafe geprägt. Historisch wandelt sich dabei die Auffassung von Strafe wie auch die Erziehungs- und Sozialisationspraktiken des Strafens, und beide werden in Gegenwartsgesellschaften höchst konfliktär und polarisiert diskutiert. Wie Strafe erfolgt und was sie bezwecken soll, lässt dabei die gesellschaftlichen Ordnungen, den Zeitgeist wie Ideologien und Menschenbilder erkennen. Zentral ist in der Moderne wie auch in gegenwärtigen autoritären Erziehungsmodellen das Konzept der Punitivität, also die Bereitschaft und das Motiv, Abweichungen hart zu sanktionieren. Es prägt kriminologische Konzepte wie aber auch den sogenannten „punitive turn“ in der Sozialen Arbeit und konservative Vorstellungen von Erziehung und Bildung. Angesichts eines möglichen neuerlichen Aufschwungs infolge populistischer und revenchistischer Politiken wirft der Themenschwerpunkt einen Blick auf aktuelle Auseinandersetzungen und regt zur Diskussion an. Er stellt die Frage danach, wo und wie Strafen gegenwärtig im Sozialisationsprozess von Relevanz sind und welche Ambivalenzen und Kontroversen sich hieraus ergeben. Dazu setzt das Heft verschiedene erziehungswissenschaftliche Fokusse.
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