Strafen und Sozialisation

Analysen und Debatten zur Bedeutung punitiver Eingriffe in den Prozess des Mitgliedwerdens in Gesellschaft

Autor/innen

  • Johanna Pangritz Universität Potsdam
  • Andreas Zick Universität Bielefeld

DOI:

https://doi.org/10.26043/GISo.2025.1.0

Schlagwörter:

Strafen, Sozialisation, Punitivität, Macht, Ordnung

Abstract

Das Prinzip Strafe und der Eingriff durch Strafen sind ubiquitäre und universale Konzepte und Praxen der Sozialisation. Der Prozess der Sozialisation in Gesellschaft, Familie wie auch der Schule ist von Strafe geprägt. Historisch wandelt sich dabei die Auffassung von Strafe wie auch die Erziehungs- und Sozialisationspraktiken des Strafens, und beide werden in Gegenwartsgesellschaften höchst konfliktär und polarisiert diskutiert. Wie Strafe erfolgt und was sie bezwecken soll, lässt dabei die gesellschaftlichen Ordnungen, den Zeitgeist wie Ideologien und Menschenbilder erkennen. Zentral ist in der Moderne wie auch in gegenwärtigen autoritären Erziehungsmodellen das Konzept der Punitivität, also die Bereitschaft und das Motiv, Abweichungen hart zu sanktionieren. Es prägt kriminologische Konzepte wie aber auch den sogenannten „punitive turn“ in der Sozialen Arbeit und konservative Vorstellungen von Erziehung und Bildung. Angesichts eines möglichen neuerlichen Aufschwungs infolge populistischer und revenchistischer Politiken wirft der Themenschwerpunkt einen Blick auf aktuelle Auseinandersetzungen und regt zur Diskussion an. Er stellt die Frage danach, wo und wie Strafen gegenwärtig im Sozialisationsprozess von Relevanz sind und welche Ambivalenzen und Kontroversen sich hieraus ergeben. Dazu setzt das Heft verschiedene erziehungswissenschaftliche Fokusse.

Autor*innenbiografien

  • Johanna Pangritz, Universität Potsdam

    Johanna Pangritz ist promovierte Erziehungswissenschaftlerin und arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachbereich Erziehungs- und Sozialisationstheorie der Universität Potsdam. hre Forschungsschwerpunkte liegen in der Geschlechterforschung – insbesondere der Männlichkeitsforschung –, in der Auseinandersetzung mit sozialer Ungleichheit, Diskriminierung und in der Professionsforschung. Seit 2023 ist sie zudem Research Fellow an der Univerzita Hradec Králové (Tschechien). Zuvor war sie u.a. an der FernUniversität Hagen und der Universität Bielefeld tätig.

  • Andreas Zick, Universität Bielefeld

    Andreas Zick ist Professor für Sozialisation und Konfliktforschung an der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Bielefeld und Direktor des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG). Er forscht zu Vorurteilen, gesellschaftlichen Konflikten, Radikalisierung und Akkulturation. Seit 2023 leitet er zudem die Konfliktakademie (ConflictA) an der Universität Bielefeld. Für seine wissenschaftliche Vermittlung wurde er mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Communicator-Preis der DFG.

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Veröffentlicht

2025-08-26

Zitationsvorschlag

Pangritz, Johanna/Zick, Andreas (2025): Strafen und Sozialisation: Analysen und Debatten zur Bedeutung punitiver Eingriffe in den Prozess des Mitgliedwerdens in Gesellschaft. In: Gesellschaft – Individuum – Sozialisation. Zeitschrift für Sozialisationsforschung, 6 (1). doi:10.26043/GISo.2025.1.0.