Organisiertes Strafen
Organisationen des Strafvollzugs als (kritisierte) Sozialisations- und Erziehungsinstanzen
DOI:
https://doi.org/10.26043/GISo.2025.1.1Schlagwörter:
Organisationen des Strafvollzugs, organisiertes Strafen, Gefangenschaft, Erziehungs- und Sozialisationsinstanzen, Politische Gefangenschaft, GesellschaftskritikAbstract
Form und Funktion von Gefängnissen zielen auf den Strafvollzug und die Durchsetzung gesellschaftlicher Normalitätserwartungen. Indem Gefängnisse Individuen als Strafe für abweichendes Verhalten separieren, operationalisieren sie gesellschaftliches Sanktionspotenzial. Dies verknüpfen sie mit dem Ziel, durch organisationale Abläufe zu resozialisieren, also Jugendliche und Erwachsene durch die systematische päda- und andragogische Nachschulung nach der Straftat wieder gesellschaftsfähig zu machen. Der Beitrag diskutiert die Konfrontation des modernen Subjekts mit Logiken organisierten Strafens, die Organisationserziehung wie Organisationssozialisation initiieren. An der ausbleibenden oder unerwünschten pädagogischen Wirkung von Gefängnissen entzündet sich Kritik bezogen auf ihre (Il-)Legitimität. An Guantánamo Bay, als Beispiel für politische Gefangenschaft, zeigt der Beitrag, weshalb hier abweichende Maßstäbe gesellschaftlicher Normalitätserwartung an organisiertes Strafen angelegt werden. Das Verhältnis von Sozialisation, Erziehung und Strafe wird auf den Kontext von Organisation bezogen und hierüber die Notwendigkeit einer organisationssensiblen Sozialisations- und Strafforschung begründet.
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