Protest für die Zukunft
Zwischen Strafe und Subjektwerdung
DOI:
https://doi.org/10.26043/GISo.2025.1.8Schlagwörter:
Ziviler Ungehorsam, Sozialisation, IdentitätsentwicklungAbstract
Die Klimaaktivist*innen der Letzten Generation führen zunehmend radikale Protestaktionen durch, um die Dringlichkeit der Erderwärmung zu verdeutlichen. Dabei greifen sie auf Mittel des zivilen Ungehorsams zurück, welche mit der Übertretung von Gesetzen und Strafverfolgung einhergehen. Die Bereitschaft, strafrechtliche Konsequenzen zu tragen, legitimieren die Aktivist*innen über die Unzulänglichkeit der gegenwärtigen Klimapolitik, welche trotz absehbarer Folgen die körperliche Unversehrtheit, ein individuelles Freiheitsrecht zukünftiger Generationen, verletzt. Somit dient der Protest nicht nur als soziale Validierung einer wahrgenommenen Rechtsverletzung, sondern ermöglicht den Beteiligten einen Raum zur Subjektwerdung und (Fort-)Entwicklung politischer Bildungsprozesse. In der vorliegenden Diskussion wird erläutert, welche sozialisatorischen Aneignungen durch umweltpolitischen Protest gebildet werden, wann sich die Grenzen des gerechtfertigten politischen Ausdrucks in der Wahrnehmung von Aktivist*innen verschieben und inwiefern politisches Engagement zum gesellschaftlichen Ausschluss führt.
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