https://giso-journal.ch/issue/feed Gesellschaft – Individuum – Sozialisation. Zeitschrift für Sozialisationsforschung 2021-10-05T15:07:50+02:00 GISo-Team info@giso-journal.ch Open Journal Systems <p>Die Zeitschrift „GISo“ versteht sich als unabhängiges und interdisziplinäres Forum der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Verläufen, Bedingungen und Ergebnissen von Sozialisationsprozessen. Sie dient der Präsentation und Diskussion theoretischer und konzeptioneller Positionen, empirischer Ergebnisse und forschungsmethodischer Herausforderungen in diesem thematischen Feld. Die Zeitschrift bietet eine Plattform für die Publikation wissenschaftlicher Originalbeiträge aus den Erziehungs- bzw. Bildungswissenschaften, den Sozialwissenschaften, der Psychologie sowie der Geschichtswissenschaft.</p> https://giso-journal.ch/article/view/3027 Editorial - Sozialisationskontexte im Fokus der Kinder- und Jugendhilfe: Fachliche Bestrebungen und Herausforderungen 2021-08-26T18:23:28+02:00 Simone Brauchli sbrauchli@ife.uzh.ch Selin Kilic selin.kilic@ife.uzh.ch <p>Im vorliegenden vierten Heft der Zeitschrift „Gesellschaft. Individuum. Sozialisation. Zeitschrift für Sozialisationsforschung“ wird die sozialisatorische Bedeutung von verschiedenen Angeboten der Kinder- und Jugendhilfe in den Blick genommen. Anhand aktueller Untersuchungen werden die fachliche Ausgestaltung von Sozialisationskontexten und -prozessen sowie damit verbundene Herausforderungen und Schwierigkeiten aufgezeigt. Neben der Perspektive der Fachkräfte liegt dabei ein Schwerpunkt auf den Erfahrungen und Sichtweisen der Adressat:innen.</p> 2021-10-05T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 https://giso-journal.ch/article/view/3023 Jugendpsychiatrie, Familie und Adoleszente – Sozialisationstheoretische Annäherungen an die Figur des institutionellen Dritten als strukturellem Krisenauslöser 2021-08-26T14:01:20+02:00 Julia Becher becher@em.uni-frankfurt.de Janina Schulmeister j.schulmeister@em.uni-frankfurt.de Mirja Silkenbeumer silkenbeumer@em.uni-frankfurt.de <p>Werden Jugendliche aufgrund psychosozialer Krisen in einer jugendpsychiatrischen Klinik stationär behandelt, tritt diese als Repräsentantin des medizinisch-therapeutischen Handlungssystems und spezifische Form der institutionellen Krisenbearbeitung als institutioneller Dritter in die Dyade aus Adoleszenten und deren Familien ein. Gestützt auf Erkenntnisse rekonstruktiver Fallstudien wird der heuristische Mehrwert einer triadischen Perspektive auf Sozialisations- und adoleszente Bildungsprozesse im Schnittfeld der different strukturierten Sozialisationsräume Familie und Jugendpsychiatrie ausgeführt. Anhand zweier kontrastierender Fälle von psychiatrieerfahrenen Jugendlichen werden zwei Modi der familialen Bearbeitung der mit der Erweiterung des institutionellen Dritten verbundenen strukturellen Krisenkonstellation herausgearbeitet. Abschließend wird der Ertrag dieser triadische Strukturen berücksichtigenden Heuristik für eine fallrekonstruktive Forschungsperspektive auf Sozialisationserfahrungen in Institutionen diskutiert.</p> 2021-10-05T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 https://giso-journal.ch/article/view/3024 Ökosystem Heim als entkoppelte Welt: Perspektiven von Care Leavern auf den Sozialisationskontext Heim 2021-08-26T14:08:41+02:00 Sarina Ahmed sarina.ahmed@fhnw.ch Angela Rein angela.rein@fhnw.ch Dorothee Schaffner dorothee.schaffner@fhnw.ch <p>Im Fokus des Beitrags stehen die Fragen, wie Care Leaver sprich Jugendliche und junge Erwachsene, die das Heim verlassen haben, den Sozialisationskontext stationäre Erziehungshilfe wahrnehmen und welche fachlichen und fachpolitischen Schlussfolgerungen sich hieraus ziehen lassen. Zum einen wird aufgezeigt, inwiefern die stationäre Einrichtung Heim von den Befragten als ein von der Aussenwelt separierter Kontext erlebt wird. Zum anderen wird diskutiert, welche Bedeutung die spezifische Kontur und Strukturierung dieses Sozialisationskontextes Heim auf die Lebenslage Leaving Care hat.</p> <p>Die Befunde der Studie geben Impulse für eine lebensweltorientierte Weiterentwicklung der Praxis der Heimerziehung und für die Unterstützung von Leaving-Care-Prozessen, die das Leben „in Care“ stärker mit Prozessen des Leaving Care verknüpft.</p> 2021-10-05T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 https://giso-journal.ch/article/view/3021 Aufwachsen in stationärer Jugendhilfe und die Bedeutung für den biografischen Verlauf betroffener junger Menschen – eine empirische Längsschnittanalyse zum Sozialisationskontext Heimerziehung 2021-08-26T13:36:59+02:00 Alexander Parchow alexander.parchow@fh-muenster.de Tim Middendorf t.middendorf@katho-nrw.de <p>Die selbst- oder fremdbestimmte Unterbringung von Kindern und Jugendlichen in einer Maßnahme der stationären Erziehungshilfe stellt einen starken Eingriff in deren biografischen Verlauf dar. Über die langfristigen (sozialisatorischen) Auswirkungen des Aufwachsens in Einrichtungen der Heimerziehung sind nur wenige Erkenntnisse vorhanden.</p> <p>In diesem Artikel gehen wir anhand einer Einzelfallanalyse der Frage nach, welche Sozialisationseffekte aus dem Lebensereignis Heimerziehung emergieren und wie sie im weiteren biografischen Verlauf von Adressat*innen sichtbar werden. Das längsschnittliche Datenmaterial basiert auf fünf Interviewerhebungen über einen Gesamtzeitraum von zehn Jahren während und nach dem Aufenthalt in Einrichtungen der stationären Jugendhilfe. Wir identifizieren und analysieren emergierende Sozialisationseffekte in ihrer Bedeutung für den weiteren biografischen Verlauf entlang der drei Analysedimensionen Wohnen, soziale Beziehungen und beruflicher Werdegang. Dabei wird die Bedeutung eines verlässlichen Beziehungsangebots pädagogischer Fachkräfte sowie eines auf die individuellen Bedürfnisse von fremduntergebrachten jungen Menschen abgestimmten professionellen Handelns sichtbar.</p> 2021-10-05T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 Alexander Parchow, Tim Middendorf https://giso-journal.ch/article/view/3025 Bedeutung und Aufbau von Vertrauen in der Sozialpädagogischen Familienbegleitung 2021-08-26T17:59:38+02:00 Cornelia Rüegger cornelia.rueegger@fhnw.ch Joel Gautschi joel.gautschi@zhaw.ch Roland Becker-Lenz roland.becker@fhnw.ch Fabienne Rotzetter fabienne.rotzetter@fhnw.ch <p>Der Aufbau von Vertrauen wird in Theorie und Praxis Sozialer Arbeit als Voraussetzung für Hilfe diskutiert. Wenn eine sozialpädagogische Familienbegleitung (SPF) als Massnahme im zivilrechtlichen Kindesschutzbereich angeordnet ist, geht ihr Hilfeauftrag mit einem Schutzauftrag einher, manchmal auch gegen den Willen der Betroffenen. Es ist anzunehmen, dass der Aufbau einer vertrauensvollen Zusammenarbeit erschwert ist. Der Beitrag beleuchtet auf der Grundlage einer rekonstruktiven Studie den Aufbau von Vertrauen im Ausgangspunkt solcher Familienbegleitungen und fokussiert auf vertrauensrelevante Ausgangsbedingungen.</p> 2021-10-05T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 https://giso-journal.ch/article/view/3026 Beratung und die Nomosbildung in Nachtrennungsfamilien 2021-08-26T18:18:27+02:00 Maya Halatcheva-Trapp maya.halatcheva-trapp@tu-dortmund.de <p>Der Beitrag konzentriert sich auf die Trennungs- und Scheidungsberatung, ein Handlungsfeld der Kinder- und Jugendhilfe, dem seit der Einführung des gemeinsamen Sorgerechts im Rahmen der Kindschaftsrechtsreform 1998 die vorrangige Zuständigkeit für die Regulierung von Familien nach elterlicher Trennung zukommt. Ausgehend von der These, dass auch Nachtrennungsfamilien Prozesse der Nomosbildung durchlaufen, zeigt der Beitrag, mit welchen Sinn- und Sozialisationsangeboten Eltern in der Trennungs- und Scheidungsberatung adressiert werden, und stellt dabei eine ambivalente Verschränkung von Gleichberechtigung und Geschlechterungleichheit in der beraterischen Auslegung von gemeinsamer Sorge fest.</p> 2021-10-05T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 https://giso-journal.ch/article/view/3022 „Vom rechten Rand wieder eher ein stückweit in die Mitte" – Ausstiegs- und Distanzierungsarbeit als institutionelle De- und Resozialisierungsinstanz? 2021-08-26T13:46:20+02:00 Sally Hohnstein hohnstein@dji.de Frank Greuel greuel@dji.de Carmen Figlestahler figlestahler@dji.de <p>Im Beitrag werden Hinwendungen zum Rechtsextremismus aus theoretischer Perspektive als Prozesse (politischer) Sozialisation begriffen, in denen junge Menschen – entgegen den Erwartungen demokratischer Gesellschaften – extremistische Weltsichten und Zugehörigkeiten entwickeln und konsolidieren. Ausgehend von der Überlegung, dass eine Sozialisation in den Rechtsextremismus grundsätzlich ein offener und damit auch umkehrbarer Prozess ist, wird die Abkehr vom Rechtsextremismus ebenfalls als sozialisatorischer Prozess begriffen. Wir adaptieren die Konzepte der Desozialisierung und Resozialisierung, um die Vorgehensweisen und Zielsetzungen von professionellen Angeboten der Ausstiegs- und Distanzierungsarbeit zu systematisieren. Auf Basis zweier empirisch-qualitativer Studien zu Praxiserfahrungen von Angeboten der Ausstiegs- und Distanzierungsarbeit zeichnen wir nach, wie Prozesse der Desozialisierung und Resozialisierung auf zentralen Zielebenen der Arbeit angestoßen werden und ineinandergreifen sollen. Betrachtet wird dabei auch, welche Zielvorstellungen in der Arbeit mit den Adressat:innen existieren und den normativen Korridor des Erwünschten darstellen.</p> 2021-10-05T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021